Newsletter der Zero-Waste-Agentur vom 26.03.2026

Internationaler Zero Waste Day – coming soon!

Team der Zero-Waste-Agentur

Am 30. März ist Internationaler Zero Waste Day!

Grund zum Feiern? Viele würden sagen: eher nicht. Aber wir sehen Fortschritte und möchten an diesem Tag zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir zusammen noch entschlossener weitermachen sollten! Lest dazu hier mehr.

Der Zero Waste Day wurde von der UN initiiert und macht seit 2023 weltweit auf die viel zu großen, Abfallaufkommen aufmerksam. Ziel ist es, gemeinsam nachhaltige Wege für weniger Verschwendung und für Ressourcenschonung zu finden und unser Verhalten zu hinterfragen. Organisiert wird der Tag von UNEP und UN-Habitat. Und in diesem Jahr wird der Fokus auf das Thema Lebensmittelverschwendung gesetzt. Warum ist das besonders relevant?


Lebensmittelverschwendung betrifft uns alle

Pro Jahr werden weltweit etwa 1 Milliarde Tonnen essbare Lebensmittel weggeworfen – das sind fast 20% aller verfügbaren Nahrungsmittel. Der größte Teil, rund 60%, entsteht in den privaten Haushalten, aber auch im Handel und in Restaurants wird viel verschwendet. Das hat ernste Folgen: Durch die Verschwendung werden nicht nur unnötig viele Ressourcen wie Wasser und Energie verbraucht, sondern auch die Umwelt unnötig stark belastet. Um das zu ändern, müssen wir unser Lebensmittelsystem nachhaltiger und effizienter gestalten. Jede und jeder kann dazu beitragen – sei es beim bewussten Einkaufen, beim Lagern und Verwerten von Lebensmitteln oder durch die Unterstützung von Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung.

Hier haben wir einige Beispiele für Euch zusammengetragen, um zu zeigen, was es an Initiativen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung schon gibt, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren: zerowasteagentur.de/zerowasteday2026

Mitmachen könnt Ihr übrigens auch, indem Ihr am 30.3.2026 unsere Posts auf unserem Instagram und LinkedIn-Kanal liked, kommentiert und teilt, oder indem Ihr selbst Aktionen umsetzt. Hier könnt Ihr Euch informieren und auch Aktionen anmelden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen: www.unep.org/zerowasteday

AKTUELLES

Unser erster Impact Report ist da – Berlin auf dem Weg zu Null Verschwendung

Titelbild Impact Report

Wie viel Zero Waste steckt schon in Berlin – und was bringt eine eigene Zero-Waste-Agentur wirklich? Antworten darauf gibt unser erster Impact Report 2023–2025.

Auf mehr als zwei Jahren Arbeit blicken wir zurück, unter anderem auf ...

  • eine Agentur, die es so in keiner anderen Stadt Europas gibt
  • über 6 Mio. Social-Media-Impressionen und ein wachsendes Netzwerk
  • rund 12.000 Teilnehmende bei den zweiten berlinweiten Zero-Waste-Aktionswochen
  • messbare Effekte: Wer die ZWA kennt, setzt im Schnitt 2,22 Zero-Waste-Strategien mehr um.

Der Report zeigt, wie aus einer Idee der Zero-Waste-Agentur im Abfallwirtschaftskonzept 2020–2030, ein zentraler Motor für die Circular Economy geworden ist. Und zwar, u.a. durch

  • die Zusammenarbeit mit den Bezirken in einer Task Force,
  • einem Förderkompass für Zero-Waste-Projekte,
  • Multi-Stakeholder-Konferenzen,
  • Zero-Waste-Aktionswochen,
  • einem umfassenden Zero-Waste-Monitoring,
  • Akteurstreffen,
  • Kampagnen und vielem mehr.

Neben Zahlen und Grafiken kommen auch Partner:innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu Wort. Ihre O-Töne machen deutlich: Zero Waste ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein Berliner Gemeinschaftsprojekt.

Zirkuläre Zukunft braucht Allianzen: Eindrücke der ZWA von der Circular Valley und NiCE

Im März war die ZWA bei zwei zentralen Veranstaltungen zur Circular Economy vertreten – mit einer klaren Erkenntnis: Zirkularität gelingt nur im Zusammenspiel von Städten, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft.
Unsere Lessons Learned aus beiden Veranstaltungen bestätigen gleichzeitig unser Motto: „Gemeinsam für Null Verschwendung. Zusammen für echte Kreisläufe.“

  • Zirkularität ist mehr als Abfall: Sie ist eine Querschnittsaufgabe von Stadtentwicklung, Wirtschaft, Sozialem und Bildung.
  • Städte sind zentrale Hebel: Hier werden die meisten Klima- und Ressourcenentscheidungen wirksam.
  • Es braucht Brückenbauer:innen wie die ZWA, die zwischen europäischen Initiativen, Unternehmen, Forschung, kommunaler Praxis und lokalen Akteur:innen agieren, um zirkuläre Lebensstile von der Nische in die Mitte der Stadtgesellschaft zu bringen.

Circular Valley Convention

Die Circular Valley Convention in Düsseldorf brachte am 11. und 12. März 2026 internationale Start-ups, Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen, um konkrete Lösungen für eine zirkuläre Wirtschaft zu entwickeln.

Diese drei Punkte nahmen wir für Euch mit:

  • Europäische Ressourcenresilienz braucht grenz- und sektorübergreifende Kooperationen.
  • Offener Austausch über erfolgreiche und gescheiterte Ansätze ist entscheidend, um von Pilotprojekten zu skalierbaren Geschäftsmodellen zu kommen.
  • Beispiel Matratzen: Während in Deutschland noch grundsätzlich über den Business Case debattiert wird, treiben Akteure in den Niederlanden bereits strategische, logistische Lösungen für deren Kreislaufführung voran.
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NiCE-Konferenz „Von der Nische ins Centrum“

Die internationale NiCE-Konferenz im Umweltbundesamt (UBA) in Dessau fokussierte am 11. und 12. März 2026 die Frage, wie Städte zirkuläre Lebensstile aus der Nische in die breite Stadtgesellschaft bringen können.

Einige zentrale Einsichten möchten wir mit Euch teilen:

  • Bildung, Kooperation und Community-Building sind Grundlagen jeder zirkulären Transformation.
  • Die Abfallwirtschaft funktioniert vielerorts gut – echte Zirkularität ist noch in den Kinderschuhen.
  • Ökonomische und soziale Anreize sind nötig, damit Teilen, Reparieren und Wiederverwenden zum Alltag werden.
  • Leerstände bieten die Chance, „circular social hubs“ zu schaffen, in denen Dinge und Wissen geteilt, repariert, getauscht und verliehen werden.
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ZERO WASTE IN BERLIN


LSI Projekt „Wir geben kein Fahrrad auf!“

In dieser Rubrik sammeln wir wieder einige Projektinfos von spannenden Neuigkeiten aus der zirkulären Community in Berlin. Schreibt uns gerne, falls wir über Euer Projekt im nächsten Newsletter berichten sollen an: kontakt@zerowasteagentur.de

 
Foto wurde mit KI erstellt

Alte Fahrräder zu sammeln, fachgerecht aufzubereiten und wieder nutzbar zu machen – und dabei gleichzeitig Menschen zu unterstützen, die eine Beschäftigung oder Qualifizierung suchen - das sind die Ziele des Projekts in Tempelhof-Schöneberg.
Das Projekt wird von der agens Arbeitsmarktservice gGmbH geleitet und fachlich durch Rückenwind e.V. sowie THFWelcome e.V. begleitet.
Input wurde gesammelt u.a. in Ideenschmieden mit reger Beteiligung und bis zum 30. April 2026 entsteht nun ein nachhaltiges Konzept zur Sammlung, Aufbereitung und Wiederverwendung ungenutzter Fahrräder.

Mehr Infos gibt es hier:
fahrradretter.agens-berlin.de

Re-Use Berlin, die Abfallvermeidungskampagne der Berliner Senatsumweltverwaltung

Foto: SenMVKU/Re-Use-Superstore

Es geht weiter in die nächste Runde mit der Re-Use-Initiative! Geplant sind u.a. Fachdialoge, Vernetzungstreffen und Auftritte mit Partner:innen der Initiative in Einkaufscentern und auf Messen.

Damit aus den vielen guten Projekten eine Bewegung wird, sucht die Initiative Akteure aus den Bereichen Secondhandhandel, Upcycling und Repaircafès, die sich als Partner:in der Kampagne anschließen möchten. Sie erhalten ein Partner.innen-Logo (digital oder analog), das sie als Teil des Verbundes ausweist, einen Eintrag auf der Seite Partner Store Map • Re-Use Superstore, Bewerbung und Einladungen zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen.
Anfragen könnt Ihr senden an:
info@re-use-superstore.de


Einen kurzen Überblick über die Aktivitäten der vergangenen Projektphase findet Ihr hier im PDF: Kurzbericht Re-Use Berlin

Wissen nicht verschwenden:
Learnings als Ressource erkennen

Nicht nur Materialien können verschwendet werden – auch Erfahrungen. Denn wenn Projekterfahrungen verborgen bleiben, gehen wertvolle Ressourcen verloren: Zeit, Geld und gute Ideen. Deshalb teilen wir hier auch zentrale Learnings aus Projekten. Heute beide im Bezug auf Mehrweg, die vom Zero Waste e.V. umgesetzt wurden:

Bild: Zero Waste e.V. Pizza-Mehrweg-Projekt

Frag nach Mehrweg – Pizza Edition: Mehrweg in der Praxis

Das Projekt wurde in Friedrichshain-Kreuzberg umgesetzt und durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg finanziert. Hier greifen wir einige Learnings des Projekts auf, die Ihr ausführlich im Abschlussbericht nachlesen könnt (Link siehe unten).

  • Direkte Ansprache überzeugt!
  • Persönliche Besuche und wiederholte Beratung vor Ort waren entscheidend, um Pizzerien für Mehrweg-Boxen zu gewinnen.
  • Flyer allein reichen nicht.
  • Starterpakete erleichtern den Start
  • Kostenlose Boxen, klare Teilnahmebedingungen und einfache POS Materialien senken die Einstiegshürden im stressigen Gastro-Alltag.
  • Sichtbarkeit + aktives Hinweisen ist Key.
  • Aufsteller und Sticker wirken nur, wenn sie gut platziert sind – und das Team Kund*innen beim Bestellen aktiv auf Mehrweg hinweist.
  • Anreize helfen bei der Umstellung.
  • Rabatte und Bonusaktionen („5. Pizza im Mehrweg gratis“) erhöhen die Nutzung deutlich, besonders bei Stammkund*innen.
  • Mehrweg muss bequem sein.
  • Die größte Hürde ist die Rückgabe. Niedrigschwellige Pfandmodelle und gut erreichbare Rückgabestellen sind entscheidend, damit Mehrweg zur Routine wird.
Hier findet Ihr den Abschlussbericht des Projekts.

Bild vom Zero Waste e.V.

Abfallfreie Wochenmärkte Neukölln was wirklich funktioniert

In Neukölln wurde das Thema Mehrweg auf Wochenmärkten fokussiert. Das Projekt wurde im Rahmen des Programms “Saubere Stadt” mit Mitteln des Landes Berlin über das Bezirksamt Neukölln gefördert. Hier sind einige Key-Learnings aus Abschlussbericht, den Link dazu findet Ihr unten:

  • Dort, wo Stände klar zeigen „Eigene Behälter willkommen“ – etwa mit Schildern oder aktiver Ansprache – ist der Anteil von BYO (= bring your own) deutlich höher. Haltung allein reicht nicht, sie muss erkennbar sein.

  • BYO ist der einfachste Einstieg, um Mehrweg zu etablieren.

  • Für viele Händler*innen ist das Befüllen mitgebrachter Behälter der leichteste Weg, Verpackungen zu sparen – ohne eigene Mehrweg-Infrastruktur. Besonders gut funktioniert das bei loser Ware wie Obst, Gemüse oder Backwaren.

  • Strukturen & Kommunikation muss man mitdenken.

  • Zeitdruck, fehlende Spülmöglichkeiten sowie Unsicherheit bei Hygiene- und Rechtsfragen bremsen BYO und Mehrweg aus. Hilfreich sind: einfache, mehrsprachige Infos, kurze Hygiene-Merkblätter, Vorlagen für Schilder und Piktogramme. (Gibt es auf der Seite des Zero Waste e.V.! - Link siehe unten.)

  • Erfolgreich sind Projekte, die echte Entlastung und Vorteile für Händler:innen schaffen.

Hier findet Ihr den Abschlussbericht des Projekts.


Pflück mich – ein Projekt gegen Lebensmittelverschwendung

Bild von pfückmich.org
Jedes Jahr müssen nicht geerntete Früchte von Obstbäumen und -sträuchern, die im öffentlichen Raum wachsen und verderben, entsorgt werden. Das erzeugt nicht nur Kosten, sondern saisonale, lokale und nachhaltige Lebensmittelressourcen bleiben ungenutzt.
Das Pilotprojekt „Pflück mich!“ in Marzahn-Hellersdorf will das ändern.

Ziel ist es, für die Stadtgesellschaft die essbaren Pflanzen im öffentlichen Raum sichtbar und schmackhaft zu machen.
Allein in Marzahn wurden schon über 5.000 Bäume und Sträucher auf einer digitalen Karte kartiert, wo Ernten ausdrücklich erwünscht ist.
Pünktlich zum Frühlingserwachen gibt es kostenlose Wildpflanzen-Erlebnistouren, damit die vitaminreichen Geschenke der Natur in aller Munde kommen und eine Wildpflanzenbroschüre zum Download.
Um noch mehr der Lebensmittelschätze zu retten, können ab diesem Jahr Gartenbesitzer auf der Webseite eine Aktion einstellen, um Arbeit und Ernte zu teilen. Und wer Lust hat, 15 oder mehr Stunden im Jahr mit anderen in der Stadtnatur zu ernten, ist herzlich eingeladen, zum Pflückmeister:in ausgebildet zu werden und selbst Pflückaktionen für Nachbarn anzubieten.

Projektträger ist die FÖL (Förder­ge­mein­schaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V.) und das Projekt wird vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf über das Programm FEIN gefördert.

Mehr Infos gibt es auf pflueckmich.org


"Engagiert für Zero Waste – Gemeinsam Kreisläufe bilden"

Foto: BUND Berlin / Eva Loy
Unter diesem Titel startete im März 2026 ein neues Kooperations-Projekt, das durch den BUND Landesverband Berlin e.V. zusammen mit dem Netzwerk für Bildung und Soziales GmbH (NBS), LIFE Bildung Umwelt Chancengleichheit Berlin (Life) e.V. und dem Kulturlabor Trial & Error (T&E) e.V. umgesetzt wird.

Ziel des Projekts ist es, ehrenamtliche Zero-Waste-Botschafter:innen durch BUND-Abfallschulungen zu befähigen, für weniger Müll in ihrer Nachbarschaft aktiv zu werden. Alle, die mitmachen möchten, sind eingeladen sich für die erste Schulung am 15.4.2026 anzumelden. – Mach mit und teile die Info!

Gleich hier anmelden: www.bund-berlin.de


UNSERE TERMINE

Akteurstreffen 2026
Auch 2026 finden wieder vier Akteurstreffen statt und die Termine stehen schon fest und finden online statt. Wer dazu eingeladen werden möchte, meldet sich gerne bei uns unter: kontakt@zerowasteagentur.de

Dienstag, 14. April 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag, 23. Juni 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag, 13. Oktober 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr
Zero-Waste-Aktionswochen
Auch in diesem Jahr initiieren wir die Zero-Waste-Aktionswochen und freuen uns über alle Initiativen, Organisationen, Projekte, Unternehmen, Start-ups, Verbände etc. die sich in diesem Jahr (wieder) beteiligen. 
02. bis 29. November 2026
Gerne weisen wir zusätzlich zu unseren Terminen jetzt schon auf die Europäische Woche der Abfallvermeidung hin.
Wie jedes Jahr findet die EWAV in der letzten Novemberwoche statt und auch hier sind alle eingeladen sich zu engagieren. In diesem Jahr steht alles unter dem Titel "Reduce. Reuse. Recycle."
21. bis 29. November 2026
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c/o Impact Hub Berlin | Rollberstr. 28a |12103 Berlin
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