Newsletter der Zero-Waste-Agentur vom  22. Juni 2026

Kreislaufwirtschaft im Trend, doch ohne klare Regeln kein echter Wandel

Google Trends zu Kreislaufwirtschaft

Der Screenshot der Google-Trends-Grafik verrät es schon: Kreislaufwirtschaft / Circular Economy ist kein Nischenthema mehr, sondern täglich auf dem Radar.
Nicht erst seit dem Beschluss des Aktionsprogramms Kreislaufwirtschaft durch das Bundeskabinett am 3. Juni 2026 wird klar, das lineare Modell „Take – Make – Waste“ hat ausgedient, zumindest auf dem Papier.

Damit aus politischen Ankündigungen echte zirkuläre Praxis wird, braucht es verlässliche Leitplanken: ambitionierte Ziele und verbindliche Vorgaben und ein Rechtssystem, das Ressourcenschonung, Reparatur, Re-Use und kreislauffähiges Design belohnt statt verhindert. Genau hier setzt die aktuelle Welle an EU- und Bundesregulierungen an. Von CSRD und ESRS über Ökodesign-Verordnung, Right-to-Repair und Verpackungsrecht bis hin zum geplanten Circular Economy Act.

Was bedeutet das für Berlin?

Die Rahmenbedingungen für eine zirkuläre Stadtwirtschaft werden gerade neu geschrieben und angetrieben, beispielsweise durch die Berliner Kreislaufwirtschaftsstrategie, die in Entwicklung ist. Und es findet verstärkt direkter Austausch zwischen Akteur:innen und Politiker:innen zu Themen der Kreislaufwirtschaft und Umweltpolitik statt (siehe Infos dazu auch in diesem Newsletter).

Jetzt ist der Moment, die Richtung zu bestimmen
In diesem Newsletter geben wir ein paar Einsichten zu verschiedensten Ansatzpunkten, die alle das Ziel unterstützen, in Berlin Ressourcen zu schonen und weniger zu verschwenden.

Und auf unserer Website gehen wir etwas tiefer auf aktuelle Rahmenbedingungen rund um Kreislaufwirtschaft und Circular Economy ein.

Jetzt viel Spaß beim Weiterlesen!

AKTUELLES

Zero Waste Award für Veranstaltungen

Zero Waste Award
Der letztjährige Zero Waste Award hat bereits gezeigt: Es gibt vielfältige Projekte und Best-Practice-Beispiele für Ressourcenschonung und Abfallvermeidung. Zusammen mit der Berliner Stadtreinigung (BSR) wollen wir diese Aktivitäten sichtbar machen und würdigen. In diesem Jahr stehen Veranstaltungen im Fokus.

Bis zum 17. Juli 2026 können sich alle bewerben, die seit dem 1.1.2024 Veranstaltungen umgesetzt haben, bei denen ressourcenschonende Maßnahmen umgesetzt wurden.

Jetzt schon: Beteiligung bei den Zero-Waste-Aktionswochen im November zeigen

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Die Zero-Waste-Aktionswochen haben ebenfalls das Ziel, die Vielfalt und Bandbreite der Möglichkeiten für Abfallvermeidung in Berlin sichtbar und erlebbar zu machen. Sie finden zum dritten Mal wieder im November statt!

In diesem Jahr gibt es schon jetzt die Möglichkeit, sich im Kalender der Aktionswochen einzutragen. Damit hoffen wir, noch mehr Initiativen, Vereine, Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Start-ups, Verbände und Organisationen zu motivieren, dabei zu sein und eine (Mitmach-)Aktion, Workshops, Seminare, Fachveranstaltungen etc. umzusetzen.

Wir freuen uns über alle, jetzt schon ihre Termine  eintragen können und über alle, die den Aufruf über ihre Kanäle teilen, dabei zu sein!

ZERO WASTE IN BERLIN


Berlin diskutiert Mehrweg-Lösungen und Verpackungssteuer, am 23. Juni 2026

Am 23.06.2025 laden der BUND Berlin e.V. und das INKOTA-Netzwerk zu einer Podiumsdiskussion mit dem Schwerpunkt „Verpackungssteuer auf Einweg-To-Go-Produkte“ ein.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem folgende Fragen:

  • Wie lassen sich funktionierende Mehrweg-Lösungen in der Breite etablieren?
  • Welche Anreize benötigt die Wirtschaft, um Mehrweg-Infrastrukturen auszubauen und die Nutzung alltagstauglich zu machen?
  • Kann eine Verpackungssteuer ein geeignetes Instrument sein?
  • Welche weiteren politischen und praktischen Ansätze sind notwendig, damit Mehrweg zur Normalität für Gastronomie, Handel und Verbraucher:innen wird?
Auf dem Podium diskutieren die umweltpolitischen Sprecher:innen des Abgeordnetenhauses: Danny Freymark, Linda Vierecke, Benedikt Lux und Michael Efler. Ziel der Veranstaltung ist es, Anforderungen an wirksame Mehrweg-Systeme in Berlin zu beleuchten und mögliche politische Rahmenbedingungen, inklusive einer Verpackungssteuer, zu erörtern.
Alle Infos

Berlin diskutiert zu Nachhaltigkeitsbildung, am 24. Juni 2026

Zum Thema Bildung wird zwischen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen und der Politik diskutiert, beim öffentlichen Podium „Klimaziele ohne Fundament?“, das am 24. Juni 2026 von einem Bündnis verschiedener Berliner Initiativen umgesetzt wird.
Kernfrage: Wie kann Nachhaltigkeitsbildung in Berlin dauerhaft verankert werden, als Grundlage für Demokratie, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Zur Anmeldung

Learnings aus 3 Jahren Projektarbeit: Reparatur und Wiederverwendung von Textilien in urbanen Räumen

Ein Fachbericht und ein White Paper mit konkreten politischen Handlungsempfehlungen zur „Skalierung der Reparatur und Wiederverwendung von Textilien in urbanen Räumen“ von Circular Berlin stellt umfassend drei Key-Learnings dar, die sich vermutlich auch auf andere Materialströme übertragen lassen:
  1. Reuse-Infrastruktur als Hebel für Klimaschutz:
    Wiederverwendung und Reparatur senken Emissionen deutlich und entlasten bestehende Entsorgungsstrukturen.
  2. Faire Rahmenbedingungen für Reparaturbetriebe:
    Steuerliche und finanzielle Anreize sind nötig, damit Reparaturen wirtschaftlich tragfähig werden und bleiben.
  3. Reuse als soziale Praxis stärken:
    Teilhabeangebote, Lernräume und gezielte Kommunikation machen zirkuläres Handeln im Alltag sichtbar, niedrigschwellig und zugänglich.
Die Publikationen basieren auf drei Jahren Projektarbeit im Bereich Circular Textiles und stehen hier zum Download bereit:

Ukrainerinnen lernen von Ukrainer:innen mehr über Reuse und Abfallvermeidung

Foto wurde mit KI erstellt

Die Ukraine beginnt erst langsam mit Mülltrennung. Viele der knapp 100.000 in Berlin lebenden Ukrainer:innen wohnen in Sammelunterkünften und compagno führt in Unterkünften mit über 2.000 Bewohner:innen  Seminare zum Thema Reuse und Abfallvermeidung durch. Das Besondere: compango und Zero Waste Voices haben Ukrainer:innen fortgebildet, die nun die Seminare leiten und das Thema in ihre Community bringen.

Hier könnt ihr mehr über das Projekt erfahren: 
compagno.org

Urbanes Upcycling im Stadtraum sichtbar und erlebbar machen

Foto: SenMVKU/Re-Use-Superstore
Das Projekt Modedrescher entwickelt ein urbanes Upcycling-System im Stadtraum Berlins.
Im Mittelpunkt stehen mobile Strukturen wie eine Fahrrad-basierte Siebdruckstation sowie experimentelle Orte der Sammlung und Transformation von Kleidung. Es entstehen Piloträume für informelle und kuratierte Stadtpraktiken im öffentlichen Raum.
Ziel ist es, textile Kreisläufe direkt in die Stadt zurückzuführen und als soziale, gestalterische und räumliche Praxis sichtbar zu machen. So verbindet das Projekt Architektur, Street-Art und nachhaltige Materialkreisläufe.

Mehr Informationen gibt es auf Instagram: @modedrescher & @architekturgrafik

Erzählcafé „Reparieren verbindet“ für Reparatur-Engagierte, am 8. Juli 2026

Bild: Zero Waste e.V. Pizza-Mehrweg-Projekt

Das BMJV-geförderten Forschungsprojekt REsI (Rolle von Emotionen in sozialen Innovationen für nachhaltigen Konsum) beschäftigt sich mit zivilgesellschaftlichem Engagement in Initiativen, die sich für nachhaltigere Produktions- und Konsumweisen einsetzen. In der aktuellen Fallstudie geht es dabei vor allem Reparatur-Initiativen.
Zum Erzählcafé „Reparieren verbindet“ sind alle Reparatur-Engagierte eingeladen, um Fragen zu erörtern: Was erleben Engagierte mit den Menschen, die zum Reparieren kommen? Welche Lerneffekte beobachten sie – und was brauchen sie, um sich weiter engagieren zu können?
Es findet statt am 8. Juli 2026, ab 18:00 Uhr im Nachbarschaftstreffpunkt „Kreisler“ (Kreisler e.V.), Joachim-Gottschalk-Weg 21, 12353 Berlin.

Alle Infos und Anmeldung (bis 29. Juni): www.ioew.de

10. Internationaler Cradle to Cradle Congress am 17. & 18. September 2026, TU Berlin

Bild vom Zero Waste e.V.

Innovate. Circulate. Celebrate. – Der Internationale Cradle to Cradle Congress kehrt zum 10. Mal zurück. Zukunft gestalten heißt, in Kreisläufen zu denken. Beim 10. Internationalen Cradle to Cradle Congress, am 17. und 18. September 2026, lädt Cradle to Cradle NGO über 1.000 Teilnehmende aus aller Welt zur größten Plattform für Cradle to Cradle und Circular Economy ein.
Geboten werden Debatten mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft, Best Practices globaler Unternehmen und innovativer Startups, inspirierende Keynotes zur Zukunft unserer Gesellschaft und die Gelegenheit, sich mit den prägendsten Köpfen der zirkulären Transformation zu vernetzen. Stimmen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft teilen auf der Bühne ihre Perspektiven, darunter Dr. Eckart von Hirschhausen, Domitila Barros, Olaf Lies, Dr. Michael Schmidt-Salomon, Verena Bentele und viele mehr.

Alle Infos: 10. Internationaler Cradle to Cradle Congress

2. Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung in Berlin am 30. September 202

Bild von pfückmich.org
Über 11 Millionen Tonnen zum Teil noch genießbare Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeschmissen – gerade Städte wie Berlin sind betroffen.
Eine Maßnahme der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz im Rahmen der Berliner Ernährungsstrategie und des Runden Tisches zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung ist die Bündelung von Aktionen im gesamten Stadtgebiet.

Hierzu wird am 30. September 2026 bereits zum zweiten Mal berlinweit ein Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung stattfinden. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen, an diesem Tag eine ganz individuelle Aktion gegen Lebensmittelverschwendung und für Lebensmittelwertschätzung zu initiieren.
Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Ob Kochaktion, Rettertüte, Workshop oder Tellerreste-Messaktion – alle Teilnehmenden entscheiden selbst, was zu ihnen und ihrem Netzwerk oder ihrer Organisation passt.

Die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz wird die Aktionen gebündelt öffentlichkeitswirksam kommunizieren.

Bitte sendet alle geplanten Beteiligungen für den Aktionstag per E-Mail an carina.szameitat@senjustv.berlin.de und martin.kroeger@senjustv.berlin.de

UNSERE TERMINE

Einreichungsfrist Zero Waste Award
Am 17. Juni 2026 endet die Einreichungsfrist für den Zero Waste Award für Veranstaltungen
Zero-Waste-Aktionswochen
02. - 29. November 2026

Jetzt schon Termine eintragen und Beteiligung sichtbar machen! Bitte teilt auf den Aufruf in Euren Netzwerken.
Akteurstreffen 2026
Das nächste Treffen mit Berliner Akteur:innen findet schon morgen, wie immer online, statt. Ihr wollt dabei sein? Dann scheibt uns: kontakt@zerowasteagentur.de

Dienstag, 23. Juni 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag, 13. Oktober 2026, 17:00 bis 18:00 Uhr

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